Im Kreise seiner Lieben

The real thing. Schmecken nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern im ganzen Kirchenjahr. Oder auch ohne konkreten Anlass. Zum Tee, als Nachtisch. Weswegen unsere einstigen Nachbarn die Dinger nicht nur in den Monaten herstellen, die auf R enden, sondern auch in den anderen. Handarbeit, leicht windschief (fränkisch halt). Haben mit den »Nürnberger Lebkuchen« aus dem Supermarkt so viel zu tun wie belgische Pommes mit 1-2-3-Fritten. Und die geschmackliche Antithese zum Fischbrötchen sind sie sowieso.

Ihretwegen bin ich meinem alten Grundsatz untreu geworden, nur vor Ort, im Laden zu kaufen. Ob Pizzataxi oder Amazon: deren Werben ist bei mir vergeblich. Die Elisen aber hat die Post gebracht; ein Päckchen, nicht »nach Drüben«, sondern in den Norden, Mangel abzuhelfen. Leider war darin nicht der Duft, der aufs Viertel um den Fenitzerplatz sich legt, wenn die unabdingbaren Gewürze gemahlen werden, durchaus in der Julihitze, winter in summertime. Ansonsten aber: honigklebrige Nussseligkeit.

Aus dem Kochlabor: Folge 10

(Zum Anlass dieser kleinen Serie.)

Auch nach 4 Monaten will mir die vorausschauende Einkauferei für eine Person noch nicht wieder gelingen. Das Auge ist beim Einkauf größer als der Hunger oder die spätere Kochlust. Der Kühlschrank läuft auf vollen Touren, aber ein halber Mozzarella im Tupperdöschen ist nach einer Woche trotzdem schlecht.

Sei’s drum. Es gibt einiges nachzutragen.

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Die Gattin wollte unbedingt mal wieder Spaghetti mit Suçuk, Oliven, Pinienkernen und Petersilie essen (was so ähnlich aussieht wie Nr. 2 in Folge 4). Da in der Packung nun mal sechs von diesen Würsten sind, musste ich für vier Stück andere Verwendungsmöglichkeiten finden.

Ein primitives, aber wohlschmeckendes Rezept, dass ich mal einem griechischen Restaurant abgeguckt habe (in der griechischen Küche kennt man diese Knoblaucheumel auch, dort heißen sie bloß Suzukaki): Wurst in dicke Scheiben geschnitten, in beschichteter Pfanne ohne Öl angebraten, mit Tomatenpüree abgelöscht und eine Weile auf kleiner Flamme schmurgeln gelassen. Weitere Würzerei ist nicht nötig. Dazu Bulgur. Hinterher länger am Herd herumgewischt. Das Foto könnte etwas weniger eklig sein.

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Und da immer noch eine Wurst übrig war: diese halbiert und in Scheiben geschnitten, in wenig Olivenöl angebraten; ein Stück von einer roten Paprika gewürfelt und mitgebrutzelt; Petersilie grob gehackt und ebenfalls in die Pfanne gegeben. Zum Schluss zwei Eier drüber geschlagen, ein bisschen gemahlenen Pfeffer drüber verteilt und dann energisch in der Pfanne gerührt, bis das Ei komplett gestockt ist. Die Masse anschließend in ein aufgebackenes kleines Fladenbrot gefüllt. Gerne wieder.

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Apropos kleines Fladenbrot: Damit lässt sich auch ein sssuper Hamburger in Übergröße anrichten. Im konkreten Anwendungsfall habe ich von unten nach oben Senf, eine Scheibe Käse, Frühstücksspeck, Zwiebeln und »Mexikanische Pfefferonen scharf grün« von Feinkost Dittmann (im Schraubdeckelglas eingelegt, Jalapeños für Dummies, halten sich aber ewig im Kühlschrank), Ketchup und Mayo eingebracht. Und natürlich ein halbes Pfund Rinderhack, das ich mit Pfeffer und salziger Sojasoße gewürzt und in der beschichteten Pfanne angebraten habe. Keine Beilagen. Sabber.

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Die Schweinerouladen waren aus unerfindlichem Grunde im Angebot – normalerweise muss ich mir die extra schneiden lassen. Gefüllt habe ich sie nach dem Salzen und Pfeffern mit einer Mischung aus Frischkäse, kleingeschnibbelten Champions und Pinienkernen. Nach dem Anbraten mit reichlich Weißwein abgelöscht und im geschlossenen Topf einige Zeit schmoren gelassen. Zum Schluss noch einen Schluck Sahne dazugegeben. Als Beilage nur Weißbrot. Ziemlich lecker.

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Doppelvorstellung:

Die festkochenden Kartoffeln hatte ich auf Vorrat gekocht, in der Absicht sie zu Bratkartoffeln zu verarbeiten. Was hier mit Speck und roten Zwiebeln geschehen ist. Dazu ein Stück von einer fast ausgerotteten Fischart und einen Klacks Remoulade.

Und davor gab’s tatsächlich einen Salat:

Ich hab mich überwunden. Das bemerkenswerte an ihm sind die Kirschtomaten aus eigenem Anbau. Meine Pflanze (Fensterbank, Südseite, pralle Sonne) trägt seit einem Jahr ununterbrochen Früchte.

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Bei einer Zehnerpackung Fischstäbchen ist meine Kapazitätsgrenze eigentlich überschritten. Aber mit ein bisschen Konzentration geht auch das. Als Beilage selbstgestampftes Kartoffelpüree und Erbsen aus der Dose (mit Zwiebel und Petersilie angemacht). Dazu allerlei Soßen der Firma Heinz.

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Von den Beilagen war natürlich einiges übriggeblieben, daher bot sich ein Cottage Pie zur Resteverwertung an. Rinderhack angebraten, mit den Erbsen vermischt, dazu gehackten Knoblauch, Oregano und Tomatenpüree; einkochen lassen. In Auflaufform gegeben, Kartoffelpüree draufgelöffelt und auch noch ein bisschen Käse aufgelegt. Schmeckt besser als es aussieht.

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Die Aubergine fühlte sich im Kühlschrank auch schon etwas vernachlässigt. Also habe ich sie kurzerhand gewürfelt, angebraten und mit Tomatenpüree sowie Petersilie, Oregano und Pfeffer zu einer Tomatensoße verarbeitet. Vorher Penne gekocht. Beides in eine Auflaufform gegeben. Auch einem Reststück Scamorza ist im Kühlschrank kein ewiges Leben beschieden, daher habe ich es gestiftelt und auf die Nudeln gegeben. Ab in den Backofen damit. Das Ergebnis war mäßig sensationell.

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Schon besser: Das aus Resten improvisierte Risotto. Zuerst hatte es eine Nudelsoße werden wollen: Hartwurstscheiben kleingefitzelt und angebraten, Paprikarest vor der Mumifizierung gerettet und in Stücke geschnitten, zur Wurst gegeben, ebenso Olivenscheiben und grob gehackte Petersilie. Mit Gemüsebrühe abgelöscht. Jetzt wäre eigentlich das Tomatenpüree drangewesen. Aber selbst ich kann irgendwann keine Nudeln mit Toamtensoße mehr sehen. Gerade rechtzeitig habe ich die Kurve gekriegt und Risottoreis in einen Topf geworfen und angebraten. Gemüse und Wurstmischung dazugegeben und peu à peu mit Gemüsebrühe aufgefüllt. Und Rühren. Zum Schluss noch geriebenen Parmesan eingerührt und dann den Bauch vollgeschlagen. Ich sollte öfters Risotto machen.

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Und damit dürfte sich diese kleine Serie ihrem Ende nähern. Eine Folge wird es wohl noch werden.

Aus dem Kochlabor, Folge 9

Speck ist eine Allzweckwaffe, ein kleiner Vorrat im Kühlschrank immer hilfreich. Für das obige habe ich Streifen in der Pfanne ausgelassen, Zwiebel darin angebraten, eine Handvoll geschnittene Champions mitgeschmort. Gesalzen, gepfeffert, etwas Thymian dazu. Mit Weißwein abgelöscht, einen Schuss Sahne untergerührt, etwas einkochen gelassen. Dazu Semmelknödel aus der Tüte. Nicht schlecht.

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Der Klassiker.

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Eine Zucchini quer halbiert, anschließend längs in Stücke geschnitten. In Olivenöl scharf angebraten, gesalzen und gepfeffert, Hitze reduziert, eine Knoblauchzehe darüber zerdrückt und kurz mitgebraten. Zucchini samt Fett in eine kleine feuerfeste Form umgefüllt, ganz bisschen Muskat darüber gegeben, Gorgonzola darüber zerbröselt, und bei 220°C eine Viertelstunde im Ofen überbacken. Dazu irgendein krosses Weißbrot. Sehr lecker.

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Gemischtes Hackfleisch zerzupft und in Öl scharf angebraten. Zwiebel in Ringe geschnitten und dazugegeben. Zucchini und Aubergine zerstückelt und ebenfalls mit angebraten. Gesalzen und gepfeffert, und auch noch irgendein Kraut dazugegeben, ich glaube es war Thymian. Oder auch Petersilie. Oder beides. Anschließend noch ein Tetrapäckchen gehackte Tomaten untergerührt, Hitze reduziert, Deckel drauf und ein Weilchen schmurgeln gelassen. Dazu: Reis. Gar nicht schlecht.
Da das mengenmäßig für eine Person natürlich viel zu viel war, konnte ich noch einen Topf vom Gemüse mit nach Nürnberg nehmen. Das wurde dann aufgewärmt zu Nudeln gegessen.

Aus dem Kochlabor, Folge 8

Zum Anlass dieser kleinen Serie.

Man sieht es dem Foto nicht an, aber das ist ein Auflauf mit dem ersten neuen Gemüse dieses Jahres (für mich jedenfalls). Unter der Deckschicht aus vom Wochenende übriggebliebenem, mit geriebenem Käse gestrecktem Kartoffelpüree befindet sich eine Lage Rinderhack (separat in Öl angebraten, mit kleingeschnibbelter Zwiebel, Salz und Pfeffer). Am Boden besagtes Gemüse: Mangold aus einem Düsseldorfer Gewächshaus (Blätter in große, Strünke in kleinere Stücke geschnitten; in Pfanne mit Öl und etwas Wasser gedünstet, mit Salz, Pfeffer und 1 zerdrückten Knoblauch gewürzt). Dazu Weißbrot. Schmackhaft.

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Noch ein Resteessen, wenigstens zum Teil: Die richtige Menge Spaghetti zu kochen, will mir immer noch nicht gelingen. Was am Montag übriggeblieben ist, wird am Mittwoch in die kleine Auflaufform gepröfft. Ei und geriebenen Parmesankäse mit Salz und Pfeffer in Milch verquirlt, über die Nudeln gegossen und ab in den Backofen.
Das aus Appetitgründen etwas planlos auf Vorrat gekaufte Rindfleisch muss unbedingt heute verarbeitet werden, Stichwort Mindesthaltbarkeitsdatum. Kurz bevor die Nudeln fertig sind, Olivenöl und Butter in der Pfanne erhitzt, Fleisch angebraten, nach dem Wenden gesalzen und mit grob gehacktem Pfeffer bestreut. Dazu Weißbrot, um die diversen Flüssigkeiten aufzutunken.
Die Kombination ist nicht sooo optimal gewesen (vielleicht hätte ich es nacheinander essen sollen, und vielleicht noch einen Salat davor oder dabei), aber auch nicht so schlimm, wie anfangs befürchtet.

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Apropos Salat: An sich komme ich wunderbar ohne zurecht. Eigentlich braucht man ihn nur, damit die Soße beim Sandwich nicht ins Brot sippt. Die Hähnchenbruststücke sind ein Fertigprodukt. Aber die Soße habe ich selbst gemacht. Dafür habe ich Olivenöl, Weißweinessig, Zitronensaft, Knoblauch, Senf, Pfeffer, Salz, Worcestersauce, geriebenen Parmesan und ein sehr kurz gekochtes Ei verquirlt. Der spannende Augenblick war, das wabbelige Zweiminutenei zu pellen. Das Brot getoastet, mit Römersalat belegt, Huhn drauf, Soße drüber, zusammengeklappt: Fertig ist das Chicken Caesar Sandwich. Sehr lecker.