Mit Sehenswürdigkeiten ist Wuppertal nicht eben reich gesegnet. Wer noch eine zweite nach der einen – immerhin weltberühmten! – benennen soll, gerät in Verlegenheit. (Und selbst diese eine löst bei manchen Ortsansässigen Unmut und Scham aus, weil sie in erster Linie den Blick in wenig präsentable Hinterhöfe eröffnet und keine Rundfahrt vorbei an den mutmaßlichen Schokoladenseiten der Stadt abwirft. Immerhin setzen die höheren Mächte im Rathaus inzwischen alles daran, die Geschichte der Stadt zu entsorgen, indem sie das Flussufer durchgehend zum Siedlungsgebiet für Discounter, Baumärkte, Klopsbrater und Altenheime umwandeln. Bald wird die Talachse endgültig so aussehen wie in anderen Städten die Ausfallstraße zur Autobahn.)

Egal. Sehenswürdigkeiten sind sowieso überschätzt. Als Ureinwohner setzt man von jeher auf die Auswärtigen schwer vermittelbaren Kleinmeister der urbanen Idyllik. Und in diesem Genre hat Wuppertal so manches zu bieten. Zum Beispiel einige der bemerkenswertesten städtischen Parks der Republik, als da wären die Barmer Anlagen und der Vorwerk-Park. Oder der ganz entzückende Botanische
Garten auf der Hardt.

Da sich die oben genannten Akteure seit 2006 alle Mühe geben, dieses Kleinod in eine Eventhölle umzuwandeln, fiel uns der von Alleinunterhalterorgelklängen und Luftballonhundeknotermonologen begleitete Abschied nicht ganz so schwer.