(Zum Anlass dieser kleinen Serie.)

Auch nach 4 Monaten will mir die vorausschauende Einkauferei für eine Person noch nicht wieder gelingen. Das Auge ist beim Einkauf größer als der Hunger oder die spätere Kochlust. Der Kühlschrank läuft auf vollen Touren, aber ein halber Mozzarella im Tupperdöschen ist nach einer Woche trotzdem schlecht.

Sei’s drum. Es gibt einiges nachzutragen.

***

Die Gattin wollte unbedingt mal wieder Spaghetti mit Suçuk, Oliven, Pinienkernen und Petersilie essen (was so ähnlich aussieht wie Nr. 2 in Folge 4). Da in der Packung nun mal sechs von diesen Würsten sind, musste ich für vier Stück andere Verwendungsmöglichkeiten finden.

Ein primitives, aber wohlschmeckendes Rezept, dass ich mal einem griechischen Restaurant abgeguckt habe (in der griechischen Küche kennt man diese Knoblaucheumel auch, dort heißen sie bloß Suzukaki): Wurst in dicke Scheiben geschnitten, in beschichteter Pfanne ohne Öl angebraten, mit Tomatenpüree abgelöscht und eine Weile auf kleiner Flamme schmurgeln gelassen. Weitere Würzerei ist nicht nötig. Dazu Bulgur. Hinterher länger am Herd herumgewischt. Das Foto könnte etwas weniger eklig sein.

***

Und da immer noch eine Wurst übrig war: diese halbiert und in Scheiben geschnitten, in wenig Olivenöl angebraten; ein Stück von einer roten Paprika gewürfelt und mitgebrutzelt; Petersilie grob gehackt und ebenfalls in die Pfanne gegeben. Zum Schluss zwei Eier drüber geschlagen, ein bisschen gemahlenen Pfeffer drüber verteilt und dann energisch in der Pfanne gerührt, bis das Ei komplett gestockt ist. Die Masse anschließend in ein aufgebackenes kleines Fladenbrot gefüllt. Gerne wieder.

***

Apropos kleines Fladenbrot: Damit lässt sich auch ein sssuper Hamburger in Übergröße anrichten. Im konkreten Anwendungsfall habe ich von unten nach oben Senf, eine Scheibe Käse, Frühstücksspeck, Zwiebeln und »Mexikanische Pfefferonen scharf grün« von Feinkost Dittmann (im Schraubdeckelglas eingelegt, Jalapeños für Dummies, halten sich aber ewig im Kühlschrank), Ketchup und Mayo eingebracht. Und natürlich ein halbes Pfund Rinderhack, das ich mit Pfeffer und salziger Sojasoße gewürzt und in der beschichteten Pfanne angebraten habe. Keine Beilagen. Sabber.

***

Die Schweinerouladen waren aus unerfindlichem Grunde im Angebot – normalerweise muss ich mir die extra schneiden lassen. Gefüllt habe ich sie nach dem Salzen und Pfeffern mit einer Mischung aus Frischkäse, kleingeschnibbelten Champions und Pinienkernen. Nach dem Anbraten mit reichlich Weißwein abgelöscht und im geschlossenen Topf einige Zeit schmoren gelassen. Zum Schluss noch einen Schluck Sahne dazugegeben. Als Beilage nur Weißbrot. Ziemlich lecker.

***

Doppelvorstellung:

Die festkochenden Kartoffeln hatte ich auf Vorrat gekocht, in der Absicht sie zu Bratkartoffeln zu verarbeiten. Was hier mit Speck und roten Zwiebeln geschehen ist. Dazu ein Stück von einer fast ausgerotteten Fischart und einen Klacks Remoulade.

Und davor gab’s tatsächlich einen Salat:

Ich hab mich überwunden. Das bemerkenswerte an ihm sind die Kirschtomaten aus eigenem Anbau. Meine Pflanze (Fensterbank, Südseite, pralle Sonne) trägt seit einem Jahr ununterbrochen Früchte.

***

Bei einer Zehnerpackung Fischstäbchen ist meine Kapazitätsgrenze eigentlich überschritten. Aber mit ein bisschen Konzentration geht auch das. Als Beilage selbstgestampftes Kartoffelpüree und Erbsen aus der Dose (mit Zwiebel und Petersilie angemacht). Dazu allerlei Soßen der Firma Heinz.

***

Von den Beilagen war natürlich einiges übriggeblieben, daher bot sich ein Cottage Pie zur Resteverwertung an. Rinderhack angebraten, mit den Erbsen vermischt, dazu gehackten Knoblauch, Oregano und Tomatenpüree; einkochen lassen. In Auflaufform gegeben, Kartoffelpüree draufgelöffelt und auch noch ein bisschen Käse aufgelegt. Schmeckt besser als es aussieht.

***

Die Aubergine fühlte sich im Kühlschrank auch schon etwas vernachlässigt. Also habe ich sie kurzerhand gewürfelt, angebraten und mit Tomatenpüree sowie Petersilie, Oregano und Pfeffer zu einer Tomatensoße verarbeitet. Vorher Penne gekocht. Beides in eine Auflaufform gegeben. Auch einem Reststück Scamorza ist im Kühlschrank kein ewiges Leben beschieden, daher habe ich es gestiftelt und auf die Nudeln gegeben. Ab in den Backofen damit. Das Ergebnis war mäßig sensationell.

***

Schon besser: Das aus Resten improvisierte Risotto. Zuerst hatte es eine Nudelsoße werden wollen: Hartwurstscheiben kleingefitzelt und angebraten, Paprikarest vor der Mumifizierung gerettet und in Stücke geschnitten, zur Wurst gegeben, ebenso Olivenscheiben und grob gehackte Petersilie. Mit Gemüsebrühe abgelöscht. Jetzt wäre eigentlich das Tomatenpüree drangewesen. Aber selbst ich kann irgendwann keine Nudeln mit Toamtensoße mehr sehen. Gerade rechtzeitig habe ich die Kurve gekriegt und Risottoreis in einen Topf geworfen und angebraten. Gemüse und Wurstmischung dazugegeben und peu à peu mit Gemüsebrühe aufgefüllt. Und Rühren. Zum Schluss noch geriebenen Parmesan eingerührt und dann den Bauch vollgeschlagen. Ich sollte öfters Risotto machen.

***

Und damit dürfte sich diese kleine Serie ihrem Ende nähern. Eine Folge wird es wohl noch werden.