29. 03. 2008...12:56

Aus dem Kochlabor, Folge 5

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So, es gilt einiges nachzureichen. Größtenteils ist die heutige Folge allerdings geschummelt.

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Currypommesmajo

Kann ich nur empfehlen: Currypommes Marke Eigenbau. Die Tiefkühlpommes sind nur ein Notbehelf, vor allem wenn man den Temperaturregler am Backofen nicht hoch genug dreht. Irgendwann bring ich mir aus den Niederlanden mal so eine Minifriteuse mit, die nicht die halbe Küche einnimmt. Schlimmer ist, dass die einzige brauchbare Industriemajonäse vor einigen Monaten aus dem Einzelhandelssortiment gestrichen wurde. Die Wurst macht das alles aber locker wett, die bekommt sooo kein Imbiss mehr hin. Wichtig dabei: Keine Krümelswurst aus dem Aldi nehmen, sondern eine frische Ziesen vom Metzger. Mit wenig Öl in der Pfanne gebraten, ein gutes Tomatenketchup drüber, Curry- und Paprikapulver drauf, fertig. Sehr lecker

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Eine prima Methode, mit der man die Klippe Einpersonenküche umschiffen kann, ist, unter der Woche Freunde zum gemeinsamen Abendessen einzuladen. Da kann man auch mal das kochen, was selbst bei zwei Essern noch nicht funktioniert. Zum Beispiel rheinischen Sauerbraten. Die Vorbereitungen waren etwas aufwendiger: a) eine Woche vorher beim Pferdemetzger auf dem Markt Fleisch besorgen, Marinade zusammenmischen, einlegen, b) einen Tagesausflug nach Aachen machen und dort bei einem Bäcker die für die Soße unabdingbare Printe kaufen. Wenn man Glück hat, lassen die Gäste so viel von allem über, dass man sich Tags darauf die Reste warmmachen kann. Die Klöße werden dafür in Scheiben geschnitten und in Butter angebraten.

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Ein weiterer Trick: Am Wochenende mehrere Mahlzeiten auf Vorrat kochen und der Gattin jeweils die Hälfte in eigens zu diesem Zweck bei einem wundersamen Aachener Haushaltswarengeschäft erstandenen Vorratsbehältern auf die Reise ins Exil mitgeben. So kann man trotz zighundert Kilometern Distanz abends dasselbe essen. Das verbindet.

Da das Stück vom toten Pferd für die kleine Gästeschar etwas zu groß geraten war, beherzt ein Viertel abgetrennt und zu Gulasch verarbeitet. Ganz klassisch nach Lehrbuch zubereitet, zusätzlich eine halbe rote Paprika reingeschnitten, die noch im Kühlschrank herumlag, dazu eine Spur Thymian. Spiralnudeln eignen sich als Bei- bzw. Unterlage besonders, weil sie die Soße gut aufnehmen. Die bunte Variante auf dem Foto nur, um auch diese Tüte endlich mal aufzubrauchen. Ganz vorzüglich.

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Das parallel gekochte Hähnchencurry ist aus Zeitgründen entgegen sonstiger Übung (die Gattin lästert gerne über meine Sammelwut in Sachen indischer Gewürze) mit Hilfe eines Fertigprodukts entstanden, nämlich mit Patak’s-Mild-Curry-Paste. Zwiebel in Ringe geschnitten und in Öl angebraten, Hähnchenbrust zerschnibbelt und samt Paste dazugegeben, kurz braten gelassen. Dann eine Packung gehackte Tomaten und etwas Wasser untergerührt, abgedeckt 20 Minuten geschmurgelt. Die Sahne aus der Gebrauchsanweisung hab ich weggelassen, wegen des mehrstündigen ungekühlten Transports im ICE, und erst beim endgültigen Aufwärmen hinzugefügt. Dazu – was sonst? – Basmatireis. Die Paste schmeckt in der Tat kaum schlechter als selbstgemacht, ist höchstens etwas säuerlicher wegen der als Konservierungsstoff enthaltenen Zitronensäure.

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